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12.11.2010
Desktop-Virtualisierung im Unternehmen - Rosige Zeiten für grüne IT
Desktop-Virtualisierung im Unternehmen - Rosige Zeiten für grüne IT

Green IT bestimmt die Schlagzeilen. Häufig scheitern klimafreundliche ITK-Strategien allerdings an drei Faktoren: Kosten, Zeit und Moral - beste Voraussetzungen für die Desktop-Virtualisierung. Der Umweltschutz gehört in vielen Unternehmen zum guten Ton, meist jedoch nicht zum Alltagsgeschäft. Um die Atmosphäre nachhaltig zu stabilisieren, müssten die aktuellen CO2-Emmissionen um 70 bis 80 Prozent reduziert werden, mahnt die Internationale Energie Agentur, Paris. Gleichzeitig aber steige bis 2030 der globale Bedarf an Energie um 53 Prozent und führe so zu einer weiteren Zunahme der Belastung mit Kohlenstoffdioxid um 55 Prozent.

Eine Situation, für die auch die Informations- und Telekommunikationsbranche (ITK) die Schuld trägt. Laut Marktforschungsinstitut Gartner produziert dieser Wirtschaftszweig schon heute zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes - und erzeugt damit ebenso viele Schadstoffe wie die in diesem Zusammenhang oft kritisierte Luftfahrtindustrie. Datencenter beispielsweise sind mit einer Zunahme von 23 Prozent für einen Großteil der abgegebenen CO2-Emissionen verantwortlich. Der vermehrte Einsatz von leistungsfähigen PCs und Monitoren wiederum sorgt zusätzlich für eine Erhöhung der Schadstoffe um 40 Prozent. Hinzu kommen die kontinuierlich steigenden Anforderungen an die Datenspeicherung.

Einen echten Richtungswechsel hin zu Green IT erwarten Branchenexperten nun durch neue IT-Strategien: Virtualisierungstechnologien zügeln nicht nur den immensen Energiehunger klassischer Client-Server-Topologien, auch der zeitliche und finanzielle Aufwand für das Applikations- und Systemmanagement mit traditioneller IT lässt sich so auf ein Minimum drücken. Eine Konsolidierung von 250-Dual-Core-Servern auf 25 Geräte mit Hilfe von Virtualisierungssoftware etwa, führt zu einer Einsparung an Strom und Ausgaben für Kühlmaßnahmen in Höhe von umgerechnet rund 177.000 Euro jährlich.

Das Prinzip der Desktop-Virtualisierung: Die Benutzeroberfläche agiert dabei abgekoppelt vom Endgerät und vereinfacht so das Management. Stattdessen werden komplette Betriebsumgebungen in Form virtueller Desktops zentral vom Rechenzentrum aus für unterschiedliche Anwender im Unternehmen zur Verfügung gestellt. Vor allem beim kostenintensiven und zeitraubenden Applikationsmanagement spielt die Desktop-Virtualisierung ihre Stärken aus. Dazu gehören das Testen, die Bereitstellung und die individuelle Konfiguration für jeden einzelnen Rechner. In der Regel muss im Zusammenhang mit Client-Server-Strukturen jede Installation auf Kompatibilität mit bestehenden und neuen Anwendungen sowie mit der Betriebssystembasis getestet werden - und dies bei teils Hunderten und Tausenden von Endgeräten. Hinzu kommen Updates, Patches, regelmäßige Wartungen und Schulungen von Mitarbeitern für unterschiedlichste Applikation sowie die Archivierung, Datensicherung und -Wiederherstellung.

Anders mit der Desktop-Virtualisierung: Hier lässt sich ein Benutzer-Desktop in nur wenigen Sekunden bereitstellen und - fertig vorkonfiguriert - an jeden Ort „transportieren“. Anders ausgedrückt: Jeder Anwender erhält von jedem PC und über jedes Netzwerk aus Zugriff auf den eigenen, personalisierten Desktop. Eine Vorgehensweise, die auch das Arbeiten von Zuhause erleichtert und so zusätzlich Ressourcen im Unternehmen einspart. Regelmäßige Sicherungen der Daten und Benutzereinstellungen sorgen trotzdem dafür, dass die Veränderungen für einzelne Mitarbeiter erhalten bleiben. Ein weiterer Vorteil: Die Notwendigkeit für Kompatibilitäts-Tests wird obsolet, weil keine Interaktion mit anderen Anwendungen beziehungsweise einem lokalen Desktop-Betriebssystem erfolgen muss.

Telcon: Umweltbewusst und kosteneffizient per Virtualisierung
Ein typisches Beispiel aus der Praxis zeigt das Potenzial der Desktop-Virtualisierung: Die Telcon GmbH, Saarbrücken, Anbieter von Call-Center-Dienstleistungen für namhafte Finanzdienstleister, setzte bei der Konzeption einer neuen Niederlassung in Kaiserslautern auf XenDesktop von Citrix Systems. Der Grund für den Umstieg von einer klassischen Client-Server-Infrastruktur auf eine virtualisierte Betriebsumgebung: Die Administration der einzelnen Arbeitsplatzrechner hatte sich im Laufe der Zeit zu einer sehr teuren und aufwändigen Angelegenheit entwickelt.

Gemeinsam mit dem IT-Partner C-CS entwickelte das IT-Management ein Konzept für die Implementierung einer umfassenden Desktop-Virtualisierung. Statt lokal auf den einzelnen Endgeräten sollten die Benutzer-Desktops für den neuen Standort auf zentralen Servern eingerichtet und den Mitarbeitern über das Netzwerk bereitgestellt werden. Alle virtuellen Desktops greifen heute auf ein Standard-Image von Windows XP SP2 zurück, das über die Provisioning-Komponente von XenDesktop zur Verfügung gestellt wird. Die Administratoren müssen so nur eine einzige Betriebssystem-Instanz für alle User mit Patches und Updates aktuell halten. Die Bereitstellung der Geschäftsanwendungen erfolgt über die integrierte Application Streaming-Technologie. An den Arbeitsplätzen im neuen Call Center kommen heute ausschließlich IGEL Thin Clients zum Einsatz. Sie benötigen nicht nur wesentlich weniger Strom als herkömmliche PCs. Alleine durch die Umstellung auf Thin-Clients spart das Unternehmen jährlich rund 5.000 Euro an Stromkosten. XenDesktop sorgt zudem dafür, dass die Desktops nach Dienstschluss automatisch heruntergefahren und am Morgen pünktlich gestartet werden. Das Resultat: Die Investition in die virtuelle Lösung amortisiert sich nach Berechnungen von Telcon innerhalb von weniger als drei Jahren alleine durch die niedrigere Stromrechnung - Kostenvorteile durch den reduzierten Administrationsaufwand sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Und auch der CO2-Ausstoß bereitet der Unternehmensführung nun keine Sorgen mehr.

 

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